PEM-Übereinkommen: Ein Jahr danach

Die unterschiedlichen Ursprungsregeln in den vielen Freihandelsabkommen können Kopfzerbrechen bereiten. Daher ist eine Standardisierung eine gute Sache. Vor gut einem Jahr, nämlich am 1. Februar 2016, haben die Schweiz und die EU die bilateral vereinbarten Ursprungsregeln durch die Ursprungsregeln des Regionalen Übereinkommens über die Paneuropa-Mittelmeer-Präferenzursprungsregeln (sogenanntes PEM-Übereinkommen) ersetzt (vgl. unser Beitrag dazu). Nun wenden die EU und Bosnien und Herzegowina dieses Übereinkommen auch in ihrem Freihandelsabkommen an. Da die Kumulierungsthematik noch nicht viel einfacher geworden ist, haben wir unser praktisches Schaubild aktualisiert.

Das PEM-Übereinkommen wird zwischen der EU und Bosnien und Herzegowina rückwirkend per 9. Dezember 2016 angewendet. Somit wird die diagonale Kumulation zwischen der Schweiz als Mitglied der EFTA, der EU, den Westbalkanstaaten (Albanien, Mazedonien, Montenegro, Serbien und eben neu auch Bosnien und Herzegowina) möglich. Dies zumindest für die sogenannten Industrieprodukte. Bei den Agrarprodukten und verarbeiteten Landwirtschaftsprodukten (Zolltarifkapitel 1 – 24) wird dies etwas komplizierter. Details dazu hat die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) in ihrem Zirkular publiziert (Direktlink zur PDF-Datei). Dieses und die Zirkulare zu anderen Freihandelsabkommen sind auf der Übersichtsseite der EZV abrufbar.

Als praktische Arbeitshilfe haben wir unsere grafische Übersicht über die Kumulierungsmöglichkeiten auf den aktuellen Stand gebracht.

Kumulationsmöglichkeiten seit Dez 2017_Stand Feb 2017

Der präferenzielle Ursprung eröffnet den Wirtschaftsbeteiligten Zollkostenvorteile, nicht zuletzt dank der Kumulationsmöglichkeiten. Doch die Anwendung der Freihandelsabkommen ist aufgrund der unterschiedlichen Ausgestaltung und den laufenden Änderungen komplex. Deshalb sollte genau geprüft werden, wie die Ursprungsermittlung im eigenen Unternehmen praxisgerecht umgesetzt und kontrolliert werden kann.

 

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