Update Freihandelsabkommen in Asien – Regional Comprehensive Economic Partnership

Die aktuellen Wirtschaftsnachrichten in Europa – inklusive der Schweiz – berichten vor allem über das TPP (Trade Pacific Partnership) oder das TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership). Schweizer Unternehmen sind gut beraten, die Diskussionen um das TTIP zu verfolgen (Verhandlungsstaaten sind die USA und die EU), da es Auswirkungen auf den künftigen Handel haben wird. Ein weiterer Beitrag zu diesen Themen wird folgen.

Weniger prominent vertreten ist das sogenannte Regional Comprehensive Economic Partnership, kurz RCEP. RCEP ist ein wichtiges Freihandelsabkommen für Schweizer und Europäische Unternehmen, welche bereits Geschäftstätigkeiten und Produktionsstätten in Asien führen. Für diejenigen, welche nach Asien expandieren und eine Asien-Strategie ausarbeiten, kann es von grosser Bedeutung sein. Unter anderem wird das RCEP die Ursprungsregeln harmonisieren, welche derzeit ASEAN (Association of Southeast Asian Nations: Brunei, Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam) in jedem Freihandelsabkommen mit ihren Partnern unterschiedlich ausgehandelt hat (Freihandelsabkommen existieren jeweils zwischen ASEAN und Australien / Neuseeland, China, Indien, Japan und Südkorea). Nebst den Ursprungsregeln soll RCEP unter anderem auch nichttarifäre Handelshemmnisse, Technische Handelshemmnisse und sanitäre und phytosanitäre Massnahmen reduzieren.

Neun Verhandlungsrunden haben seit November 2012 stattgefunden. Die letzte Runde fand letzte Woche in Nay Pyi Taw, Myanmar, statt, und die zehnte Runde soll im Oktober in Südkorea stattfinden.

Seit die TPP-Verhandlungen Ende Juli in Hawaii erfolglos beendet wurden, gewinnt das RCEP an Bedeutung. Weshalb?

Das RCEP wird als ein wirtschaftspolitisches Gegensteuern von China gegen das von den USA geführte TPP-Abkommen angesehen, welches zwischen Australien, Brunei, Kanada, Chile, Japan, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur, Vietnam und den USA ausgehandelt wird. Die RCEP Länder repräsentieren immerhin 45 Prozent der Weltbevölkerung. Ziel war es, die RCEP Verhandlungen bis Ende dieses Jahres abzuschliessen. Gemäss letzten Informationen wird es aber wohl eher 2016.

Das Bestreben, ein hochstehendes “Mega-Freihandelsabkommen” abzuschliessen, ist nicht (mehr) Priorität aller Verhandlungspartner. Wo Australien eine komplette Befreiung der Zölle auf über 90 Prozent der Tariflinien haben will, hat Indien andere Ansichten. Indien will keine zu hohen Zollsenkungen anbieten und die heimische Industrie sträubt sich gegen einen zu breiten Zugang von Waren aus China. Indien hat daher in den letzten Diskussionen bekanntgegeben, dass es bereit ist für 80 bis 85 Prozent der Tariflinien Zollbefreiungen für Südkorea und Japan zu gewähren, für ASEAN Länder 70 bis 75 Prozent und für China, Australien und Neuseeland lediglich 40 bis 50 Prozent. Dies heizt die entsprechenden Diskussionen an. Aufgrund der diversen Ansichten der unterschiedlichen Verhandlungspartner verliert das RCEP etwas an Attraktivität. Es kann dennoch festgehalten werden: Das RCEP wird den Handel im asiatischen Raum erleichtern und fördern. Für schweizerische und europäische Unternehmen ist es entscheidend, dieses sorgfältig für zukünftige Geschäftstätigkeiten zu analysieren und um vom Optimierungspotential zu profitieren.

Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Weitere Informationen: http://wap.business-standard.com/article/economy-policy/india-firms-up-strategy-for-regional-trade-deal-115072901317_1.html

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