In Sachen Freihandelsabkommen und Ursprung hat sich wieder einiges getan

In unmittelbarer Vergangenheit gab es etliche Neuigkeiten und Änderungen im Bereich Freihandelsabkommen (FHA) und Ursprung, die wir hiermit gebündelt aufgreifen möchten. Dabei stellen wir fest, dass die Herausforderungen kontinuierlich zunehmen und stets anspruchsvoller werden.

Das FHA zwischen der Schweiz und China feierte am 1. Juli 2015 sein einjähriges Bestehen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten sind die aus diesem FHA resultierenden Herausforderungen zwischenzeitlich mehrheitlich gemeistert, so dass die Unternehmen sich auf Ihre Kernaufgaben konzentrieren können. Bei der Anwendung der Ursprungserklärung als Ermächtigter Ausführer ist aufgrund der Registrierungspflicht und Datenübermittlung eine gewisse Zurückhaltung erkennbar. Nichtsdestotrotz lässt sich feststellen, dass seit Inkrafttreten ein Zuwachs sowohl im Export (3%) als auch im Import (4%) zu verzeichnen ist.

Das FHA zwischen der EFTA und den Zentralamerikanischen Staaten, das am 29. August letzten Jahres in Kraft trat, erhält neuen Zuwachs. Nebst den beiden Staaten Panama und Costa Rica, wird neu auch Guatemala diesem FHA beitreten. Das diesbezügliche Beitrittsprotokoll wurde am 22. Juni 2015 in Liechtenstein unterzeichnet. Damit gewinnt die Schweiz in absehbarer Zeit einen weiteren Freihandelspartner. Die laufenden Verhandlungen mit Honduras, das die Staatengruppe komplettieren würde, verlaufen hoffentlich ebenso erfolgreich. Wir sind also gespannt auf den Ausgang dieser Verhandlungen und werden Sie natürlich informieren, sobald etwas bekannt wird.

Zudem ereilten uns Mitte Juni gute Neuigkeiten bezüglich dem FHA EFTA-GCC (1). Nebst der erfreulichen Tatsache, dass die Präferenzabwicklung in den GCC-Staaten nun möglich ist, hat die Diversität der diversen FHA der Schweiz ein neues Element hinzu bekommen. Ab dem 1. Juli 2015 gelten in diesem FHA nebst den bereits bestehenden Warenverkehrsbescheinigungen (WVB) auch die Ursprungszeugnisse / Certificate of origin der GCC-Staaten als gültige Ursprungsnachweise und können/müssen anlässlich der Schweizer Einfuhr akzeptiert werden. Im Rahmen der Ausfuhr aus der Schweiz, empfehlen wir das Anbringen der sechsstelligen HS-Nummer sowie die Rechnungsnummer auf der WVB. Diese zusätzlichen Angaben erleichtern die Einfuhr erheblich.

Zu guter Letzt möchten wir Ihnen noch einen Ausblick auf bevorstehende Anpassungen im Bereich des Allgemeinen Präferenzsystems (APS; engl. GSP) gewähren. Ab 1. Januar 2017 werden mit einer Übergangsfrist von 3 Jahren die aktuell angewendeten Ursprungszeugnisse Form A durch sog. Statements on Origin (SoO) abgelöst. Im Gegensatz zu den Form A können die SoO durch den Exporteuer (nach vorgängiger Registrierung) selbst ausgestellt werden und bedürfen keiner Visierung durch die zuständige Behörde mehr.

Erleichterungen dieser Art sehen wir gerne und informieren Sie auch in Zukunft über die bevorstehenden Neuerungen im Ursprungsbereich.

Und nun wünschen wir Ihnen eine schöne Sommerzeit!

(1) Golf-Kooperationsrat: Bahrain, Katar, Kuweit, Oman, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate

This entry was posted in China, Customs, EFTA, Free Trade Agreement, Freihandelsabkommen, Uncategorized, Zoll allgemein and tagged , , , , , , . Bookmark the permalink.

One Response to In Sachen Freihandelsabkommen und Ursprung hat sich wieder einiges getan

  1. Pingback: In Sachen Freihandelsabkommen und Ursprung hat sich wieder einiges getan PwC | Schweiz

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s