Der Sommer der Freihandelsabkommen: Costa Rica und Panama

Am 29. August 2014 werden die Freihandelsabkommen mit den beiden zentralamerikanischen Staaten Costa Rica und Panama in Kraft treten. Die im Rahmen der EFTA abgeschlossenen Abkommen erweitern das Freihandelsnetzwerk der Schweiz und Liechtenstein auf 29 Abkommen mit weltweit 67 Partnern.

Im Juni vergangenen Jahres wurde das Freihandelsabkommen zwischen den EFTA-Staaten und den zentralamerikanischen Staaten Costa Rica und Panama im norwegischen Trondheim unterzeichnet und tritt für die Schweiz und Liechtenstein am 29. August 2104 in Kraft (Inkrafttreten für Norwegen: 19. August 2014 / Island: 5. September 2014). Ab diesem Zeitpunkt fallen die beiden Staaten aus dem Allgemeinen Präferenzensystem (APS) heraus. Der Zollabbau erfolgt dabei asymmetrisch, d.h. Costa Rica und Panama bauen viele ihrer Zölle linear über fünf oder zehn Jahre ab. Das Abkommen umfasst Industrieprodukte (inklusive verarbeitete Landwirtschaftsprodukte und Fisch) und Basisagrarprodukte. Weiter beinhaltet es Regelungen z.B. zum Handel mit Dienstleistungen und das öffentliche Beschaffungswesen sowie den Abbau technischer Handelshemmnisse.

Zur Nutzung der im Freihandelsabkommen vorgesehenen Zollvorteile müssen die entsprechenden Waren präferenziellen Ursprung in einem Vertragsstaat haben. Die Ursprungsregeln übernehmen das bisher bekannte Modell. Die entsprechenden Listenregeln zur Bestimmung der ausreichenden Bearbeitung für Nicht-Ursprungswaren beinhalten oft Tarifsprünge oder Wertkriterien. Bei verschiedenen Waren dürfen die Nicht-Ursprungsmaterialien einen Wertanteil von 70% des Ab-Werk-Preises ausmachen. Die diagonale Kumulation in diesen Staaten ist möglich – es besteht aber die Besonderheit, dass das Einfuhrland zollfreien Zugang auch den Produkten und dem Ursprungland gewährt, mit welchen kumuliert wurde. Das Abkommen erlaubt auch die Anwendung der buchmässigen Trennung und die Bearbeitung in einem Nicht-Vertragsstaat.

Als Ursprungnachweis dient die Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 oder die Rechnungserklärung in Englisch oder Spanisch eines Ermächtigten Ausführers. Unter einem Warenwert von EUR 6‘000 dürfen Rechnungserklärungen auch von anderen Ausführern erstellt, müssen aber handschriftlich unterzeichnet werden.

Unternehmen, die im Handel mit den zentralamerikanischen Ländern beteiligt sind, können sich bereits heute auf das Freihandelsabkommen vorbereiten, damit die Zollvergünstigungen und weiteren Vorteile gleich mit Inkrafttreten genutzt werden können. Die entsprechenden finanziellen Vorteile können auch in Überlegungen einfliessen, wenn die Lieferstruktur umgebaut oder neue Märkte erschlossen werden sollen. Wir unterstützen Sie dabei gerne.

Wie bereits beim Freihandelsabkommen mit China sollte besonders kurz nach Inkrafttreten dieses Abkommens darauf geachtet werden, dass der korrekte Ursprungsnachweis bei der Einfuhr vorliegt. Die bisher verwendeten Ursprungsnachweise sind ab dem 29. August 2014 für die Präferenzbegünstigung nicht mehr gültig.

This entry was posted in FHA, Freihandelsabkommen and tagged , , . Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s