Ich bin sicher, denn ich bin AEO … und Du?

Schweizer Unternehmen, die Beteiligte internationaler Supply Strukturen sind, kommen heutzutage nicht umhin sich Überlegungen zur Sicherheit der Lieferkette zu machen. In der Tat, hat dieses Thema in den letzten Jahren in der Schweiz und international enorm an Bedeutung gewonnen. In diesem Zusammenhang ist das Erlangen des Status des zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten (kurz AEO) ein Thema. Der AEO-Status zielt auf die Überprüfung der sicherheitsrelevanten Faktoren in der internationalen Lieferkette ab. Er dient als offizielles Prädikat dafür, dass die Lieferkette einer Unternehmung als sicher gilt. Viele Unternehmen fragen sich daher aktuell, ob sie den Status brauchen. Folgende Aspekte müssen bei dieser Entscheidung berücksichtigt werden:

Sinnvoll ist die AEO-Zertifizierung insbesondere dann, wenn sich die Lieferstruktur ihrer Lieferkette auf Gebiete ausserhalb des Sicherheitsraums (Schweiz, EU) erstreckt. Zudem macht sie für Schweizer Zulieferfirmen Sinn, wenn ihre wichtigsten Kunden bereits über den AEO-Status verfügen (und diesen auch von ihren Lieferanten verlangen). Denn eine Lieferkette gilt nur dann als wirklich sicher, wenn alle Beteiligten eine Zertifizierung aufweisen. Der AEO-Status kann daher ein wichtiger Wettbewerbsvorteil sein, wenn es darum geht Teil einer internationalen Lieferkette zu werden. Gewisse Empfangsländer sehen ausserdem von einer Sicherheitsüberprüfung der Waren ab, wenn diese von einem Unternehmen mit AEO-Status importiert werden – was zu Kosteneinsparungen beiträgt. Die Entscheidung für oder gegen eine Registrierung hängt somit primär von der Lieferstruktur ab.

Desweiteren muss aber auch abgewogen werden, ob der Zertifizierungsprozess für die Gesellschaft überhaupt tragbar ist. Dafür muss sie ihre Ressourcen und mögliche interne Kosten, die zur Vorbereitung des Kontrollaudits durch die Zollbehörden nötig sind (z. B. hinsichtlich einer Erhöhung der Gebäudesicherheit) den Vorteilen und der Notwendigkeit eines AEO-Status gegenüberstellen. Bei dieser Gegenüberstellung sollte berücksichtigt werden, dass der Zertifizierungsprozess selbsts bereits grosse Vorteile mit sich bringen kann.  Bei diesem Prozess werden die Einhaltung der Zollvorschriften, das Buchführungs- und Logistiksystems, die Zahlungsfähigkeit, die Sicherheitsanforderungen, sowie die Verantwortlichkeiten für die verschiedenen Zuständigkeitsbereiche überprüft. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass Unternehmungen sich in diesem Prozess klarer werden, in welchen Bereichen welche Verbesserungsmöglichkeiten oder Risiken bestehen.

Der Zertifizierungsprozess besteht aus einem self assessment (Fragebogen), einer Überprüfung der Antworten durch die Oberzolldirektion, einem Audit durch die Zollbehörden, welches mit einem Schlussbericht (allenfalls mit Empfehlungen) abgeschlossen wird und läuft schliesslich (sofern die Voraussetzungen gegeben sind) auf die Ausstellung des Zertifikats durch die Oberzolldirektion hinaus. Eingeleitet wird das Verfahren mit der Einreichung eines schriftlichen Antrags (1 Antrag pro Handelsregistereintrag).

Falls die Unternehmung zum Schluss kommt, dass für sie, wie für viele Gesellschaften, die Zertifizierung in den nächsten Jahren nicht nur ein “nice to have” ist, sondern ein “must have” werden wird, so darf sie eines nicht unterschätzen: es gilt sich rasch für die Registrierung anzumelden. In der Tat bestehen heute Wartefristen von bis zu einem Jahr und der Zertifizierungsprozess nimmt selber auch mehrere Monate in Anspruch (je nach Grösse der Unternehmung bis zu einem Jahr).

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